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Samstag, 16. Juni 2018

Einen neuen Charakter entwickeln - Jean-Pierre LaChasse Teil 1

Nun war also mein bisheriger Broken Crown-Charakter, Thorgrimm, tot. Auf dem Heimweg von der Con, auf der er gestorben ist, gingen mir natürlich viele Dinge durch den Kopf und eines davon war die spontane Idee für meinen neuen Charakter.
Im Grunde waren alle Grundlagen sofort da. Ein Parfumeur, französischer Akzent und Name, wo passt der hin? Klar, nach Aquilien. Er wird Parfum-Zutaten mithaben, vor Ort Parfums mischen, er wird Handschuhmacher sein und wenigstens Maße vor Ort nehmen, er wird Duftstoffe sammeln und Proben nehmen.
Damit kommt ein Charakter überall hin, in jedes Lager rein und auch dicht an hohe Persönlichkeiten heran.
Das alles war mir am Ende der Heimfahrt klar.

Nach einer Nacht darüber schlafen, fand ich es immer noch cool, also stand die Entscheidung, damit weiterzumachen.

Dann kamen weitere Ideen dazu: er wird Kunden, die ein Parfum wollen, dazu bringen zu Reden. Erinnerungen, Träume, Erlebnisse erzählen, um diese in ein Parfum umzusetzen. Vielleicht verraten sie dadurch auch Geheimnisse.
Er wird keine Polsterwaffe tragen. Das wird mein erster Charakter ohne Polsterwaffe. Er wird einen kleinen Vorderlader haben, aber den wird er mit der linken Hand und nicht sehr geschickt benutzen. Darum wird er Leibwachen anzuheuern versuchen.

Gewandungsplan:
-Breitkrempiger Hut
-Thigh High Longboots
-2 Stehkragenhemden, einmal einfarbig, einmal mit Blumenmuster
-2 Kniebundhosen
Das muss angeschafft, bzw. genäht werden. Da ich nicht selber Nähen kann, hole ich mir Hilfe von einer lieben LARP-Freundin, die mir damals schon die Kalden-Gewandung genäht hat.

2 Jacken habe ich schon, dafür nehme ich meine Asleif-Jacken. Hier sind nur Kleinigkeiten zu ändern: beide sind an der oberen Kante am Rücken mal eingerissen und geflickt worden. Dort ist die mittlere Naht aufgerissen. Diese werden nochmal ordentlich geflickt und dabei werde ich quer kleine Lederstreifen einnähen, damit die Naht Querbelastungen, wie sie beim Anziehen auftreten, besser aushält.
Außerdem werde ich die Knöpfe ersetzen, damit die Jacken mehr "Bling" haben.

Dazu kommt ein Gehstock mit einer schwarzen Rose am Knauf.

Donnerstag, 15. Februar 2018

Der Tag, an dem Thorgrimm dem Khan NICHT auf die Fresse gehauen hat...

Schon oft hatte ich in meinem LARP-Leben Situationen, bei denen ich hinterher im Rückblick gedacht habe "das hätte viiiieeeel cooler ausgehen können".

Eine davon war diese:

Broken Crown II, mein erstes BC als Thorgrimm, Hersir von Kalden. Noch komplett ohne eigenen Clan und als "Anhang" des Fürstenhauses der Arden vor Ort.

Der Charakter hatte damals ein gutes, freundschaftliches Verhältnis zur Heerführerin des Khanats. Nun kam ein Hilferuf aus dem Khanatslager, die Aquilianer ständen angriffsbereit vor dem Lager.

Kalden rückte also mit seinem Hersir aus, um den Freunden zu Hilfe zu eilen. Voll gerüstet kamen wir ins Lager, die Heerführerin kam auf mich zu und ich wollte grade gehetzt fragen, wo der Gegner ist, als mir auffiel das sie seltsam ruhig war, angesichts eines bevorstehenden Angriffs. Sie ging an mir vorbei mit den Worten, sie müsse mit den Schamanen sprechen.

Thorgrimm ging weiter durch das Lager und kam auf den Khan zu der ihn angrinste und sagte "Wie schön, das Kalden meiner Einladung zu diesem kleinen Spaß gefolgt ist." Es stellte sich heraus, daß mitnichten ein Angriff bevorstand, sondern der Khan hatte Aquilien und Kalden "eingeladen" in der Hoffnung, daß es Streß gäbe.

Thorgrimm hat daraufhin die Kämpfer sich in den Schatten setzen lassen und ist mit dem Khan in seinem Zelt Tee trinken gegangen. Danach sind die Kalden wieder nach Hause gegangen.

Wieviel cooler wäre es gewesen, wenn Thorgrimm auf die Ansprache des Khans etwa so reagiert hätte: "WIE KANNST DU KLEINES MÄNNCHEN ES WAGEN, DIE KÄMPFER KALDENS ZU MOBILISIEREN, UM EINEN KLEINEN SPASS ZU VERANSTALTEN?!" *Faust ins Gesicht des Khans
"KALDEN! WIR RÜCKEN AB!"

Ich hoffe, irgendwann mache ich sowas nicht nur hinterher in meiner Phantasie...

Montag, 5. Februar 2018

Der Auslöser für einen neuen Blog

Ein für mich wichtiger Charakter ist vor kurzem gestorben. Da ich nun bewußt wieder bei "Null" anfange, einen neuen Charakter zu entwickeln und zu erschaffen, wollte ich die Gelegenheit nutzen und dies in einem neuen Blog dokumentieren.

Diesen Text habe ich bereits bei Facebook und im Forum der entsprechenden LARP-Veranstaltung gepostet. Aus Gründen der Vollständigkeit wiederhole ich ihn hier nun:

So, wie schon angekündigt nochmal ein paar Worte zum Charaktertod von Thorgrimm, meinem Broken Crown-Charakter. Wall of Text incoming...
Der Char wurde auf einer Vorcon am ersten Abend ungeplant getötet, ungeplant meint, mit mir nicht abgestimmt, kam für mich völlig überraschend.
Es ist ja bekannt, daß Shellys Charakter Berit, IT Thorgrimms Halbschwester, Thorgrimm getötet hat. An dieser Stelle ein großes Kompliment an Shelly, die Vorbereitung und Ausführung waren exzellent und haben zu einer Mordszene geführt, die ich gerne mit dem Charaktertod belohnt habe.
Das war nun mein erster „echter“ Charaktertod. Ich larpe seit 2010 und mein Drachenfest-Charakter Asleif ist seitdem zweimal gestorben, aber immer auf dem Drachenfest und daher ist er via Limbus wiedergekommen. Der Limbus ist natürlich nochmal eine eigene Erfahrung, nimmt aber dem Charaktertod ein bisschen seinen Schrecken.
Wir larpen, um Dinge zu tun und zu erleben, die wir im Alltag nicht tun und erleben können. Ich habe durch den Charaktertod tatsächlich zumindest ansatzweise die berühmten 5 Phasen des Sterbens nach Elisabeth Kübler-Ross erlebt. Natürlich nachträglich: ich war wütend (Anger) auf Shelly, weil die Szene so gut war und mir nichts anderes übrig blieb, ich habe in Gedanken verhandelt (Bargaining) nämlich mit der SIM, es war alles nur ein Trick, Thorgrimm lebt in Wirklichkeit und hat alle nur getäuscht, ich war traurig (Depression) weil ein lange gespielter und etablierter Charakter weg ist, mit dem ich noch Pläne hatte.
Letztlich habe ich es akzeptiert (Acceptance), einfach weil es neue Möglichkeiten eröffnet und insgesamt eine positive Erfahrung war.
Mir war vorher klar, daß der Charakter sterben könnte, das ist schließlich das Grundkonzept des BC. Das war aber rückblickend eher „abstraktes“ Wissen. Das Ganze ist für mich durch dieses Ereignis nochmal eine Nummer realer geworden und das ist durchaus kein Nachteil. Ich werde nun nicht meine Charaktere „verheizen“, aber die Hemmschwelle ist (glaube ich) gesunken. Das wird sich zeigen.
Sicher weiß ich, daß ich durch diesen Char-Tod ausgelöst, auf die Makrabar „RAN-Chaos“ Con fahre. Ich denke, wenn es Thorgrimm noch gäbe, hätte ich das nicht gemacht. Insofern habe ich „Blut geleckt“, was das Char-Sterben angeht. Wen es interessiert, ich werde dort einen kaldischen Söldner spielen, damit wenigstens ein Kalde von mir mit der Waffe in der Hand sterben kann… 😉